Warum steht bei Hainburg kein Kraftwerk? Seit wann gibt es in Wien ein freies Radio? Wie kam es zu den selbstverwalteten Kulturzentren Arena, WUK, Amerlinghaus? Seit wann dürfen Frauen über ihren Bauch selbst entscheiden? Warum ist Zwentendorf nicht in Betrieb gegangen? Was bedeutet das Zeichen O5 am Stephansdom? Was war eigentlich die größte Demonstration, die je in Österreich stattgefunden hat?
Der 1. Wiener Protestwanderweg macht für Jugendliche erfahrbar, was in der Vergangenheit an Rechten für uns erstritten wurde, wie Menschen sich organisiert und viel erreicht haben – und wie diese Kämpfe und Errungenschaften das Stadtbild bis heute prägen.
Der Wanderweg führt zum Beispiel zum ersten Mädchengymnasium Wiens,
zu den Stätten des Aufstands der Arbeiterbewegung 1934, zum "Planquadratgarten",
der im Kampf gegen Abbruchspekulation entstanden ist, zur Rosa-Lila-Villa
usw. An solchen Plätzen, die es ohne Protestbewegung so nicht geben
würde, sollen mobile tags angebracht werden, die aus dem Internet Informationen über den Ort und seine Geschichte aufs Handy übertragen. So soll in Ton, Bild und Schrift die gesellschaftliche Bewegung, die den Ort gestaltet hat, lebendig werden.
Eine genaue Darstellung der geplanten Stationen gibt es hier.
Sie haben Fotos, Videos, Tonaufnahmen oder andere Dokumente
zu den geplanten Stationen? Sie wissen, wo solche Dokumente zu
finden sind? Sie können eine Geschichte erzählen?
Bitte schreiben Sie uns!
Dollfuß, 15.04.2012:
Hätten eure Mütter abgetrieben, dann wäre uns viel Leid erspart geblieben!
Martin Auer, 02.11.2011:
Hallo anonymous,
der Protestwanderweg soll nicht nur aus ein paar Punkten auf einer Landkarte bestehen. Wir wollen ja am Ort des jeweiligen Geschehens die Geschichte des jeweiligen Ortes präsentieren, und zwar durch gesprochenes und geschriebenes Wort, durch Fotos und Videos, die auf dem Smartphone oder einem anderen mobilen Gerät gehört, gesehen und gelesen werden können. Dazu müssen wir erst einmal nach geeigneten Dokumenten und Medien suchen, müssen sie zusammenstellen, Texte schreiben und im Tonstudio aufnehmen, Videos schneiden, Fotos einscannen und bearbeiten, müssen die Anwendungen programmieren und so weiter. Da liegt noch ein immenser Arbeitsaufwand vor uns, und die Leute, die diese Arbeit machen sollen, müssen bezahlt werden. Dieses Budget wollen wir zum Teil durch "crowd funding", also durch Spenden finanzieren. Wir haben uns freilich auch an die öffentliche Hand gewandt, doch ist bis jetzt noch nicht klar, ob wir von dort eine Finanzierung bekommen.
anonymous, 02.11.2011:
gute idee, nur verstehe ich nicht ganz die spendengschichte. man wandert von einem ort des protestes zum nächsten - wozu brauch ich dafür spenden?
michelle proyer, 08.09.2011:
ein wunderbarer weg dinge zu erfahren, die auf dem typischen freitagabends- oder sonntagmittagsspaziergang verborgen bleiben würden.
dass bewegungen rund um die rechte von LGBTs nun auch endlich aufmerksamkeit erfahren - super.
freu mich aufs wandern!
michelle
Julia Kozma, 05.09.2011:
Protest und Revolution sind nicht nur mein Lebenselixier, sondern bewahren uns alle davor, in die geistige Totenstarre zu verfallen; ich find's toll, dass Ihr das jetzt so visualisiert!