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1. Kapitel: Die Einzelkämpfer

1956: Die Österreichische Studiengesellschaft für Atomenergie Ges.m.b.H. wird gegründet. Sie gehört zu 50,46% der Republik Österreich und zu 49,54% der Österreichischen Industriellenvereinigung.

1958: Die Studiengesellschaft für Atomenergie errichtet bei Seibersdorf in Niederösterreich das "Reaktorzentrum Seibersdorf". Wichtigster Bestandteil ist der Forschungsreaktor "ASTRA" mit einer Leistung von 100 Kilowatt.

Strahlenschutzübung im Reaktorzentrum Seibersdorf

1966: Bei der Nationalratswahl gewinnt die ÖVP unter der Führung von Josef Klaus die absolute Mehrheit. Die Alleinregierung der ÖVP löst die langjährige Große Koalition ab.

ÖVP-Wahlplakat 1966

1967: Das Verkehrsministerium veranstaltet gemeinsam mit den Elektrizitätsgesellschaften der Länder eine Enquete "Atomkraft in Österreich".

1968: Gründung der Kernkraftwerk-Planungsgesellschaft m.b.H.

1969: Am 11. November genehmigt der Ministerrat den Bau des Kernkraftwerks Zwentendorf. Geplant ist ein Siedewasserreaktor mit einer Nettoleistung von 692 Megawatt. Das ist etwas mehr, als die beiden größten Donaukraftwerke zusammen erzeugen. Die Kosten sollen 5,2 Milliarden Schilling betragen, das entspricht 1 Milliarde Euro (2014).

1970: Am 10. Februar wird die "Gemeinschaftskernkraftwerk Tullnerfeld Ges.m.b.H. (GKT)" gegründet. Sie gehört zur Hälfte der staatlichen Verbundgesellschaft und zur anderen Hälfte den Elektrizitätsgesellschaften der Länder außer Wien und Burgenland.

1970: Bei der Nationalratswahl im März gewinnt die SPÖ unter der Führung von Bruno Kreisky die relative Mehrheit. Kreisky bildet eine Minderheitsregierung.

SPÖ-Wahlplakat 1970 - Die SPÖ-Regierungsmannschaft auf dem Weg zur Angelobung

1970: Im September Sternfahrt und Protestkundgebung von 200 bis 300 TeilnehmerInnen beim Baugelände Zwentendorf.

Es war nur ein kleines Häufchen von Menschen, die 1970 zusammentrafen, um die Ächtung der industriellen Atomkernspaltung zu fordern.

1971: Die Landesgesellschaften drängen darauf, mit dem Bau zu beginnen, der Verbund gibt nach. Am 22. März fasst die Bundesregierung als Besitzerin der Verbundgesellschaft den Baubeschluss. Das Kraftwerk wird die deutsche Siemens A.G. errichten. Den Sicherheitsbehälter liefert die österreichische VÖEST.

1971: Bei der Nationalratswahl im Oktober gewinnt die SPÖ die absolute Mehrheit.

1972: Beim Bewilligungsverfahren in Zwentendorf am 7. März protestiert Walther Soyka – mit 900 Vollmachten ausgestattet – gegen den Bau. Er wird von der Staatspolizei aus dem Saal geführt.

1972: Am 4. April wird mit dem Bau des Kernkraftwerks Zwentendorf begonnen.

Die Baustelle an der Donau

1973: Im Juni liefert die VOEST den Sicherheitsbehälter.

Der 1100 Tonnen schwere Sicherheitsbehälter wird eingebaut.


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Martin Auer
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