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3. Kapitel: "...dem muss sich Kreisky beugen!"

1977: Anlässlich einer gesamtösterreichischen Sternfahrt nach Zwentendorf ziehen am 12. Juni 6.000 Menschen von Tulln zum Atomkraftwerk.

Bauern gegen AKW





Auftritt der Polit-Rock-Gruppe "Schmetterlinge"

Mütter gegen AKW

Kinder gegen AKW - Erfrischung für die DemonstrantInnen

1977: Traktorendemonstration gegen das geplante Atommüll-Endlager bei Allentsteig am 25. Juni mit mehr als 3.000 TeilnehmerInnen.

Die Waldviertler Bauern wollen keine verstrahlten Erdäpfel.

Atommüll strahlt sehr, sehr lange

"Wenn ein Bauer einen Saustall baut, dann muss er wissen, wo er den Mist hintut!"

Straßenmusik gegen AKW

 

Viele Einzelgespräche sind notwendig, um die Menschen zu überzeugen

1977 Neun Vorarlberger Mütter führen vor dem Bundeskanzleramt einen Hungerstreik durch, um gegen den Probebetrieb zu protestieren.

Hungerstreik der Mütter gegen Atomkraftwerke

 

1977: Am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, demonstrieren 6.000 auf dem Ballhausplatz vor dem Sitz der Bundesregierung mit der Parole "Wir wollen kein Atomkraftwerk, dem muss sich Kreisky beugen" und verlangen von Bundeskanzler Kreisky, "persönlich vor den Demonstranten zu den Forderungen Stellung zu nehmen, wie es die Pflicht eines Volksvertreters ist". Kreisky erklärt darauf: "Das sind Methoden, die angewendet werden von terroristischen Gruppen, dem beuge ich mich nicht. Ich habe es nicht notwendig, mich von ein paar Lausbuben so behandeln zu lassen..."

Am Nationalfeiertag versammeln sich 6.000 Menschen auf dem Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt.

"Wir wollen kein Atomkraftwerk, dem muss sich Kreisky beugen!"

Mütter gegen AKW, Lehrer gegen AKW

"Kein tödliches Erbe den Kindern!"

 

"Ich habe es nicht notwendig, mich von ein paar Lausbuben so behandeln zu lassen!"

Handelsminister Staribacher besucht das AKW Zwentendorf.

Demonstration gegen den geplanten Probebetrieb

1978: Am 18. Jänner fliegen Bundesheerhubschrauber die Brennstäbe in das AKW ein.

Da AktivistInnen die Zufahrtsstraßen blockierten, mussten Hubschrauber des Bundesheers eingesetzt werden, um die Brennstäbe ins AKW zu bringen.

 



Informationsbroschüren, Flugblätter, Sticker in allen Größen - das alles muss hergestellt und an die AktivistInnen verteilt werden.

Flugblätter müssen aber auch verteilt werden

Auch der liebe Gott hilft, aber nur, wenn die Menschen ihn dabei unterstützen.

Das Volk will seinen Vertretern Vorschriften machen.

Demonstration in Bregenz

Bergfeuer bei Innsbruck am Vorabend der Volksabstimmung

1978: Am 5. November findet die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk Zwentendorf statt. Es ist die erste Volksabstimmung in Österreich seit 1945. 64,1% der Wahlberechtigten beteiligen sich an der Abstimmung. 50,47% stimmen mit Nein.

SPÖ-Politiker warten auf das Abstimmungsergebnis. Im Hintergrund ein Plakat: "Hand aufs Herz, den meisten von uns geht es doch besser als je zuvor."

Freda Meissner-Blau: "Und plötzlich kommt das durch: Über 50 Prozent Nein! Das war ein Schrei..."

1978: Im Dezember beschließt der Nationalrat das Atomsperrgesetz. Auch in Zukunft darf in Österreich kein Atomkraftwerk gebaut werden, wenn nicht eine Volksabstimmung es erlaubt.

1999: Das Atomsperrgesetz wird in den Verfassungsrang erhoben. In Österreich dürfen keine Atomwaffen erzeugt, getestet, gelagert oder transportiert werden; es dürfen keine Kernkraftwerke betrieben werden. Spaltbares Material darf nur gelagert oder transportiert werden, wenn es nicht zur Waffenherstellung oder zur Energiegewinnung dient.

1985 hat Zwentendorf insgesamt 14 Milliarden Schilling gekostet, 600 Millionen davon für die Konservierung. Im März beschließen die Gesellschafter der GKT die "stille Liquidierung".


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Martin Auer
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