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Einige Daten

1867 hielt Karl Heinrich Ulrichs auf dem deutschen Juristentag in München einen Vortrag, in dem er die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare forderte. Er erntete Spott und Ablehnung.


Karl Heinrich Ulrichs

1897 gründete der Berliner Arzt Magnus Hirschfeld das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee, das mit wissenschaftlichen Argumenten für die Streichung des Homosexuellenparagraphen warb. Hirschfeld war der Ansicht, man dürfe „wissenschaftlich [...] gar nicht von Mann und Weib sprechen, sondern nur von Menschen, die größtenteils männlich oder größtenteils weiblich sind“.


Magnus Hirschfeld

1920 wurde in Deutschland der Deutsche Freundschafts-Verband gegründet und 1922 der Bund für Menschenrechte. Dieser hatte 1929 über 48.000 Mitglieder und hatte auch Gruppen in Österreich.

In den USA entstanden die ersten Schwulen- und Lesbenorganisationen in den 1950er Jahren. In den 1960ern orientierten sich solche Gruppen stark an den Protestformen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Am 28. Juni 1969 kam es anlässlich einer Polizeirazzia in der New Yorker Schwulenbar Stonewall zu einem Aufstand in der Christopher Street, der drei Tage andauerte. Dieses Ereignis führte zu einer Radikalisierung zahlreicher Lesben und Schwuler. Christopher Street Day wird seither von vielen Gay Communities zum Anlass für Feste und Paraden genommen, wie z.B. die Regenbogenparade in Wien.


Der Aufstand in der Christopher Street


Demo der Gay Liberation Front 1970

1979 wurde die Homosexuelle Initiative ("HOSI") in Wien gegründet, zu einer Zeit, in der noch das Vereinsverbot (Verbot von „Verbindungen zur Begünstigung gleichgeschlechtlicher Unzucht“) galt. Nach Anfangsschwierigkeiten wurde der Verein 1980 von der zuständigen Wiener Behörde zugelassen, bei Vereinsgründungen in den anderen Bundesländern wurde der schon einmal akzeptierte Name beibehalten. Typisch für die Haltung der damaligen Behörden war die Vorgangsweise der Salzburger Vereinsbehörde. Vereinsgründungen müssen in Österreich nicht genehmigt werden, sie können aber innerhalb von 6 Wochen untersagt werden. Bei der Gründung der HOSI Salzburg im Jahr 1980 wurde der Untersagungsbescheid der Salzburger Vereinsbehörde erst kurz nach Ablauf der sechswöchigen Frist zugestellt und war somit ungültig. Man geht davon aus, dass diese „österreichische Lösung“ ein Schachzug der Behörde war, um dem Gesetz formal zu entsprechen, den Verein aber trotzdem nicht zu verbieten.

Beim Neujahrskonzert 1982 stürmten zwei nackte Männer, nur mit einer Fliege bekleidet, die Bühne und forderten vor laufenden Kameras "Freiheit für Schwule".

1982 wurde auch das Haus in der Linken Wienzeile 102 von einer Gruppe Lesben und Schwulen aus der HausbesetzerInnenszene in Besitz genommen.


Die "Villa" 1983

Die Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich hat einige politische Veränderungen erreicht, unter anderem:

Weitere Verbesserungen mussten anhand von konkreten Fällen auf gerichtlichem Weg und mit gemeinsamer Vorarbeit aller Kräfte errungen werden:


Verpartnerung auf dem Standesamt ist nicht überall in Österreich möglich.


Regenbogenparade


Geschäftsfrauen auf der Regenbogenparade


Österreich gegen Homophobie


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Martin Auer
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